F?

Ist das FORUM Eisenstadt eine Sekte?

A.

Die Antwort lautet eindeutig nein. Im „Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen“ (Gasper, Müller, Valentin, Herder Verlag) steht über die Evangelikale Bewegung: „Sie ist weder Sekte noch Sondergemeinschaft, sondern ein Zweig des protestantischen Christentums, das sich einer eher reformierten Tradition verpflichtet weiß.“ Das FORUM Eisenstadt ist eine Freikirche und Mitglied im Bund Evangelikaler Gemeinden in Österreich (BEG) und damit Teil der seit 2013 staatlich anerkannten Kirche "Freikirchen in Österreich".

F?

Wie finanziert sich das FORUM Eisenstadt?

A.

Eine ganz wesentliche Eigenschaft einer Freikirche ist das Element der Freiwilligkeit: Man wird nicht durch Säuglingstaufe Mitglied, sondern durch eine eigene Entscheidung. So werden auch die finanziellen Mittel weder durch vorgeschriebene Abgaben noch Kirchensteuern eingehoben. Sie werden als freiwillige Spenden eingesammelt, welche die Gestaltung des Gemeindelebens und Dienste für die Gesellschaft ermöglichen. Im Bereich der Freikirchen helfen oft größere Gemeinden oder Gemeindebünde kleinen und jungen Gemeinden solange, bis diese finanziell selbständig sind.

F?

Wer leitet das FORUM Eisenstadt?

A.

Die Gesamtleitung besteht aus einer Gruppe von Ehepaaren. Einzelne Arbeitsbereiche werden von weiteren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geleitet (von sogenannten Diakonen und Diakoninnen). Wichtige Entscheidungen werden in der gesamten Gemeinde gemeinsam getroffen. Die Gemeinde trifft alle Entscheidungen autonom; der Gemeindeverband, dem sie angehört, gibt wohl zu einzelnen Fragen Empfehlungen ab, hat aber kein Weisungsrecht.

F?

Welches sind die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zur Evangelischen Kirche?

A.

Mit der Reformation haben wir dieselben Wurzeln wie die Evangelische Kirche:

  • Sola Fide (allein der Glaube)
  • Sola Scriptura (allein die Schrift)
  • Solus Christus (allein Christus)
  • Sola Gratia (allein die Gnade)
  • Soli Deo Gloria (Gott allein gehört die Ehre)

(siehe Die 5 Solas der Reformation)

Im Zuge der Aufklärung wurde jedoch in der Evangelischen Theologie die historisch-kritische Methode entwickelt, was dazu führte, dass viele Theologen die Bibel lediglich als ein gewöhnliches antikes Buch auslegen. Auch dass Gott in das Weltgeschehen eingreift, wird dabei von vielen von vornherein ausgeschlossen.

Natürlich wollen auch wir die Bibel in ihrem geschichtlichen Kontext und ihrer Entwicklung verstehen und wissenschaftlich studieren.
Mit den Reformatoren glauben wir jedoch zudem auch, dass Gott durch die Bibel zu uns redet und dass wir mit diesem Buch eine besondere Offenbarung Gottes vor uns haben, die mit keinem andern Buch vergleichbar ist.

Außerdem:

  • Wir taufen keine Säuglinge. Deshalb wird man auch nicht als Kleinkind ordentliches Mitglied der Gemeinde.
  • Es gibt bei uns keine Kirchensteuer.

Das sind weitere Unterschiede.

F?

Was sind die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zur Katholischen Kirche?

A.

In vielen ethischen Fragen teilen wir die Standpunkte der Katholischen Kirche. Beispiele:

  • Wir lehnen Abtreibung ab, da wir glauben, dass das Kind bereits ab der Zeugung ein vollständiger Mensch ist.
  • Wir sehen nicht, dass praktizierte Homosexualität eine Lebensform ist, die dem Willen Gottes und damit dem Leben entspricht.
  • Eine Wirtschaftordnung, die nur auf Profit ausgerichtet ist, ist für alle Beteiligten ein Irrweg. Der Mensch braucht Regeln, damit er sich nicht von seiner Gier leiten lässt.

In theologischen Fragen gibt es aber zahlreiche Unterschiede:

  • In der Katholischen Kirche spielt die Tradition eine gleichwertige Rolle neben der Bibel. Die Tradition (bzw. die Konzilien) sagen, wie die Bibel auszulegen ist. Wir ordnen die Tradition der Bibel unter und anerkennen nur das, was sich aus der Bibel begründen lässt.
  • Es gibt bei uns keine Hierarchie: Die Zweiteilung zwischen Klerus und Laien halten wir für einen unbiblischen Weg. Jeder Mensch ist direkt vor Gott verantwortlich. Niemand darf sich zwischen Gott und den Gläubigen schieben.
  • Das gilt auch für die zahlreichen Heiligen: Wir glauben, dass Jesus der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist: „Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit.“ (1. Timotheus 2,5-6). Maria ist für uns eine vorbildliche Frau wie viele andere biblische Personen, von denen wir vieles lernen können, aber wir beten nicht zu ihr.
  • Im Gegensatz zur Katholischen Kirche haben wir kein sakramentales Verständnis der Heilsvermittlung: Während die Katholische Kirche den Gläubigen das Heil durch die Sakramente vermittelt, sind wir der Überzeugung, dass nur der persönliche Glaube an Jesus zu Gott führen kann.

Die Punkte, die bei der Evangelischen Kirche genannt wurden, gelten hier ebenfalls: Es gibt bei uns weder Säuglingstaufe noch Kirchensteuer.

F?

Wie viele Gemeinden dieser Art gibt es in Österreich?

A.

In Österreich gibt es derzeit über 240 Freikirchen unterschiedlicher Ausrichtung. Viele dieser Gemeinden sind in Gemeindebünden organisiert, die große bzw. gemeindeübergreifende Aufgaben im Auftrag der Mitgliedsgemeinden wahrnehmen. Die Autonomie der Ortsgemeinde ist aber ein sehr hohes Gut.

Das FORUM Eisenstadt ist Mitglied im Bund Evangelikaler Gemeinden in Österreich (BEG), dem derzeit 45 Gemeinden angehören. Der BEG ist Teil der seit 2013 staatlich anerkannten Kirche "Freikirchen in Österreich". Neben dem BEG gehören vier weitere Gemeindebünde zu dieser Kirche: Bund der Baptistengemeinden in Österreich, Freie Christengemeinde/Pfingstgemeinde, Elaia Christengemeinden und Mennonitische Freikirche Österreich, die gemeinsam derzeit ca. 160 Mitgliedsgemeinden haben.

F?

Wie wird man Mitglied?

A.

Mitglied unserer Gemeinde wird nur, wer das möchte. Grundlagen für die Mitgliedschaft sind vor allem der persönliche Glaube an Jesus Christus, der durch die Glaubenstaufe öffentlich verkündigt wird, und der Wille, gemäß den Anweisungen des Neuen Testaments zu leben.
Zudem muss jemand, der Mitglied werden möchte, die Ziele des FORUM Eisenstadt teilen, und bereit sein, sich seinen Gaben und Möglichkeiten gemäß in das Gemeindeleben einzubringen. Weiter darf jemand, der Mitglied unserer Gemeinde werden möchte – aus rechtlichen Gründen – nicht Mitglied einer anderen staatlich anerkannten Kirche oder eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft in Österreich sein und muss die Glaubensgrundlagen des BEG, unseres Gemeindebundes, akzeptieren. Sind diese Voraussetzungen gegeben, erfolgt die Aufnahme als Mitglied nach einem Gespräch mit der Gemeindeleitung. Wer Mitglied werden möchte, soll sich an die Gemeindeleitung wenden (siehe "Kontakt").